Mittwoch 18. August 2010 von Dr. Rudolf Ehmann
Dr. med. Rudolf Ehmann
Die lebenzerstörende Wirkung der Antibabypille Teil I
(Anmerkung des Administrators: Heute vor 50 Jahren, am 18.8.1960, wurde die Antibabypille zum Verkauf freigegeben)
Überblick und geschichtlicher Rückblick
1. Zur Bezeichnung Antibabypille
Carl Djerassi gilt mit einem gewissen (1) Recht als »Vater der Pille«. Jahrzehnte nach seiner Erfindung und Patentanmeldung hat er Nachforschungen darüber angestellt, wie es eigentlich zur Bezeichnung »Antibabypille« gekommen ist. Er mag diese Titulierung überhaupt nicht und bevorzugt statt dessen die Bezeichnung »Probabypille«, weil ihm an Wunschkindern gelegen ist.(2) Dieser Beitrag will deutlich machen, in welch erschreckend wörtlicher Weise die Bezeichnung »Antibabypille« tatsächlich zutreffend ist. Denn das »Anti« im Sinne der griechischen Wortbedeutung »gegen« beinhaltete von Anfang an nicht nur die Lebensverhinderung sondern auch die Lebensvernichtung. Dies ist deshalb so nachdrücklich zu betonen, weil es nie an – leider erfolgreichen – Versuchen mangelte, die der Pille ganz grundsätzlich innewohnende Potenz zur Lebensvernichtung kleinzureden, zu ignorieren oder auch zu leugnen. Dem gegenüber muß man sich der Tatsache stellen, daß diese Potenz sämtlichen Verhütungspillen eigen ist: Sie unterscheiden sich lediglich im Ausmaß der Embryonenzerstörung. Aus diesem ethisch schlimmen Sachverhalt gibt es kein Entkommen, denn er gilt in doppelter Hinsicht für alle Pillen. Den ganzen Beitrag lesen »
Kategorie: Demographie, Gesellschaft / Politik, Medizinische Ethik, Sexualethik
Mittwoch 18. August 2010 von Dr. Rudolf Ehmann
Dr. Rudolf Ehmann
Die lebenzerstörende Wirkung der Antibabypille Teil II
C) Die Folgen von Verhütungsmitteln für Gesellschaft und Staat – das Gemeinwesen als drittes Opfer hormonaler Kontrazeption
1. Ermöglichung der demographischen Katastrophe
Im Jahr 1954 hatten die klinischen Versuche mit Enovid, der ersten Pille, begonnen. Die Feministin und Sponsorin dieser Experimente, Katherine McCormick, schrieb in einem Brief an Margret Sanger, sie könne es »in Boston für die Pille frierend« kaum erwarten, daß Gregory Pincus und John Rock es endlich schaffen würden, den »alten Teufel, die weibliche Fruchtbarkeit« niederzuringen.(87) Diese makabre Hoffnung McCormicks auf einen endgültigen Sieg über die natürliche Fruchtbarkeit der Frau hat sich in unerhörter Weise realisiert – mit der Folge, daß die Industrienationen aufgrund der Pille einen in Friedenszeiten nie dagewesenen Geburtenrückgang erlebten. Den ganzen Beitrag lesen »
Kategorie: Demographie, Gesellschaft / Politik, Lebensrecht, Medizinische Ethik, Sexualethik
Mittwoch 18. August 2010 von Dr. Joachim Cochlovius
Evangelische Kirche hat sich arrangiert
Das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 6. Juli 2010, dass die Präimplantationsdiagnostik (PID) zur Entdeckung schwerer genetischer Schäden des extrakorporal erzeugten Embryos nicht strafbar sei (Pressestelle des BGH Nr. 137/2010), sehen Kritiker als Beginn „einer neuen Zeitrechnung der Fortpflanzungsmedizin in Deutschland…weg vom bisherigen Schutzgedanken, hin zu selektiver Willkür, die menschliches Leben den Wunschvorstellungen seiner Erzeuger“ opfert (Weihbischof A. Losinger, Augsburg, Mitglied des Deutschen Ethikrates). Was ist dran an dieser Kritik, oder anders gefragt, läßt sich die PID überhaupt mit dem christliche Ethos vereinbaren? Den ganzen Beitrag lesen »
Kategorie: Lebensrecht, Medizinische Ethik
Mittwoch 4. August 2010 von Prof. Dr. Manfred Spieker
Künstliche Befruchtung und Menschenwürde
Zur Bedeutung des BGH-Urteils vom 6. Juli 2010
Reproduktionsmediziner rechtfertigen die künstliche Befruchtung mit dem Leiden ihrer Patienten. Kinderlosigkeit gilt als Krankheit, die künstliche Befruchtung als deren Therapie. Die Krankenkassen haben sich dem nicht verschlossen und die assistierte Reproduktion als Sterilitätstherapie in ihren Leistungskatalog aufgenommen, obgleich die Sterilität selbst nach einer erfolgreichen, also zur Geburt eines Kindes führenden Behandlung die gleiche ist wie zuvor. Reproduktionsmediziner behandeln mit der In-Vitro-Fertilisation und der Intracytoplasmatischen Spermieninjektion also nicht eine Krankheit, sondern einen Wunsch, den Wunsch nach einem Kind. Den ganzen Beitrag lesen »
Kategorie: Lebensrecht, Medizinische Ethik
Samstag 17. Juli 2010 von Junge Freiheit
Präimplantationsdiagnostik:
Kein Embryo-Check im Reagenzglas
Bekanntlich hat alles seine Zeit. Es gibt eine Zeit zu debattieren — und eine Zeit zu handeln. Wer Designer-Kinder in Deutschland verhindern will, muß jetzt schnell handeln. Eine öffentliche Debatte über die Präimplantationsdiagnostik (PID), wie sie Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) fordert, ist nicht nur überflüssig, sondern gefährlich. Überflüssig, weil sie längst geführt wurde und sämtliche Fakten auf dem Tisch liegen: Nachzulesen in den Stellungnahmen der Bioethik-Enquete-kommission des Deutschen Bundestags 2002 und des Nationalen Ethikrats 2003. Dies zu einer Zeit, in der die Ministerin ihr Examen baute. Gefährlich, weil sie den Reproduktionsmedizinern Zeit gibt, Fakten zu schaffen, die später allenfalls noch schwer aus der Welt zu schaffen zu sind. Wird die PID nicht umgehend verboten, dann wird der Embryo-Check im Reagenzglas in Kürze in Deutschland genauso zur Routine werden wie die Pränatale Diagnostik. Deren nicht-invasive Variante, das Erst-Trimester-Screening, gehört längst zu den Standard-Vorsorgeuntersuchungen, die jeder Schwangeren angeboten werden. Den ganzen Beitrag lesen »
Kategorie: Lebensrecht, Medizinische Ethik
Montag 28. Juni 2010 von Christdemokraten für das Leben
Zum aktuellen Urteil des Bundesgerichtshofs in Sachen Sterbehilfe erklärt Mechthild Löhr, die Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL):
Heute (25.6.10) hat der Bundesgerichtshof ein Urteil zum Problem “Sterbehilfe” gesprochen, das weitreichende Folgen für nichteinwilligungsfähige Schwerkranke, insbesondere Komapatienten, haben kann. Für den Fall, daß ein Patient früher angeblich den Wunsch geäußert hat, daß ein krankheitsbedingtes Sterben nicht verhindert werden solle, rechtfertigt der sogenannte mutmaßliche Wille nach Auffassung des Bundesgerichtshofs „nicht nur den Behandlungsabbruch durch bloßes Unterlassen weiterer Ernährung, sondern auch ein aktives Tun, das der Beendigung oder Verhinderung einer von ihr nicht oder nicht mehr gewollten Behandlung” dient. Den ganzen Beitrag lesen »
Kategorie: Allgemein, Gesellschaft / Politik, Lebensrecht, Medizinische Ethik
Mittwoch 9. Juni 2010 von Die Tagespost
Prof. em. Dr. Manfred Balkenohl
Vom Anstand des Lebens
Nietzsche beginnt seine “Moral für Ärzte” mit den Worten: “Der Kranke ist ein Parasit der Gesellschaft. In einem gewissen Zustande ist es unanständig, noch länger zu leben. “
Nun ist diese Mitteilung im ausgehenden 19. Jahrhundert nichts Außergewöhnliches. Das Thema Euthanasie und das, was derzeit “assistierte Selbsttötung” genannt wird, war damals in der Vorstellung schon gegenwärtig. Manchmal glaubt man heute, in diese Zeit zurückversetzt zu sein. Aber es gibt doch wesentliche Unterschiede zu früher. Wenngleich Nietzsche mit solchen Mitteilungen eine damals schon um sich greifende Ideologie beförderte, so gab es doch den geschlossenen Widerstand des ärztlichen Standes, der Kirchen sowie der Gesamtgesellschaft gegen solche Bestrebungen. Den ganzen Beitrag lesen »
Kategorie: Lebensrecht, Medizinische Ethik
Freitag 21. Mai 2010 von Dr. Werner Neuer
Bausteine für eine Ethik des Lebens
Vorbemerkung: Das folgende Referat ist angesichts der zur Verfügung stehenden Zeit eigentlich eine „unmögliche Möglichkeit“: Es kann aufgrund der gebotenen Kürze nicht mehr sein als ein skizzenhafter Überblick, der wenigstens kurz die in meiner Sicht wichtigsten Fragen einer christlichen Lebensethik auf dem Hintergrund der gegenwärtigen medizinethischen Probleme anspricht, ohne ausführliche Begründungen und Belege geben zu können.
A. Die besonderen Herausforderungen einer Ethik des Lebens heute
Eine Ethik des Lebens steht heute unter ganz besonderen Herausforderungen. Diese lassen sich in folgenden drei Punkten zusammenfassen:
1. Der weltweite Krieg gegen das Leben und die Spirale des Schweigens
Das menschliche Leben ist heute weltweit in einem Ausmaß bedroht, das man nur als dramatisch bezeichnen kann: Für die erste Lebensphase ist hier an die international weit verbreitete Massenabtreibung zu erinnern. Seine Endphase ist in wachsendem Maß gefährdet durch die um sich greifenden Euthanasiepraktiken, die in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg bereits in gewissen Grenzen gesetzlich sanktioniert sind.[1] Den ganzen Beitrag lesen »
Kategorie: Lebensrecht, Medizinische Ethik, Theologie
Samstag 15. Mai 2010 von Christa Meves
Hochverehrter Herr Erzbischof Marx,
die Anti-Baby-Pille unter dem Aufjauchzen der Zuhörerinnen als einen Höhepunkt des ökumenischen Kirchentages ausgerechnet im Münchner Dom Zu Unserer Lieben Frau als “ein Geschenk Gottes” zu bezeichnen – wie das Frau Ex-Bischöfin Margot Käßmann zustande brachte – ist eine unfassliche Beleidigung des christlichen Glaubens und ein skandalöser Affront gegen die katholische Kirche. Den ganzen Beitrag lesen »
Kategorie: Ehe u. Familie, Gemeinde, Gesellschaft / Politik, Medizinische Ethik
Dienstag 23. März 2010 von Prof. Dr. Thomas Sören Hoffmann
Sterbehilfe – Wer hilft hier wem?
„Sterbehilfe – Wer hilft hier wem?“ – diese Frage führt, wenn man sie genauer bedenkt, in der Tat auf bemerkenswert unterschiedliche Antworten. Nehmen wir nur etwa das Wort „Euthanasie“, das heute ja weithin das meint, was wir auch mit dem Wort „Sterbehilfe“ bezeichnen! Das historisch erste Zeugnis, in dem wir das Wort „Euthanasie“ antreffen, findet sich bei dem griechischen Dichter Posidipp, bei dem wir – sinngemäß übersetzt – lesen: „Wer immer von den Göttern einen guten Tod – die ‚Euthanasie’ – erbittet, der kann nichts besseres bitten“. „Sterbehilfe“ – die leisten hier, bei den alten Griechen, die Götter den Menschen, wie es bei ihnen umgekehrt auch einige sehr explizite Verbote gab, daß Menschen Menschen zum Sterben helfen – das bekannteste ist hierbei der Hippokratische Eid, in dem es heißt: „Ich werde niemandem eine Arznei geben, die den Tod herbeiführt, auch nicht, wenn ich darum gebeten werde, auch nie einen Rat in dieser Richtung erteilen“[1]. Den ganzen Beitrag lesen »
Kategorie: Lebensrecht, Medizinische Ethik